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Umweltrichtlinien Panasonic

Technische Information

Das Folgende ist eine kurze Zusammenfassung der Umweltrichtlinien RoHS (Restriction of Hazardous Substances), WEEE (Waste of Electrical and Electronic Equipment) und ELV (End of Life Vehicles) sowie deren Auswirkungen auf unsere Industrieprodukte.

1. Die RoHS- und WEEE-Richtlinien erfassen die folgenden 10 Kategorien elektrischer und elektronischer Geräte:

  1. Haushaltsgroßgeräte
  2. Haushaltskleingeräte
  3. IT- und Telekommunikationsgeräte
  4. Geräte der Unterhaltungselektronik
  5. Beleuchtungskörper
  6. Elektrische und elektronische Werkzeuge (mit Ausnahme ortsfester industrieller Großwerkzeuge)
  7. Spielzeug sowie Freizeit- und Sportgeräte
  8. Medizinische Geräte (mit Ausnahme aller implantierten und infizierten Produkte)
  9. Überwachungsgeräte
  10. Automatische Ausgabegeräte

Diese Geräte werden hauptsächlich, jedoch nicht ausschließlich, im privaten Bereich verwendet. Bauteile ohne eine eigene wichtige Funktion wie z.B. Relais und Schalter werden gar nicht erwähnt.

2. Die RoHS-Richtlinie wird in Europa einheitlich angewendet. Sie verbietet ab dem 1. Juli 2006 die als gefährlich eingestuften Substanzen Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE).
Die Richtlinie gilt derzeit explizit nicht für Elektro- und Elektronikgeräte, die unter die Kategorien 8, 9 und 10 der oben aufgeführten Kategorien fallen. Wenn unsere Bauteile daher in medizinischen Geräten oder Industriegeräten verwendet werden, bedeutet dies, dass sie streng genommen nicht von der RoHS-Richtlinie erfasst werden. Wenn diese Bauteile hingegen in anderen Kategorien wie z.B. bei Haushaltsgeräten verwendet werden, muss die Einhaltung der Richtlinie beachtet werden. Wir gehen davon aus, dass solche Detailinformationen auf dem Markt nicht hinreichend bekannt sind. Daher werden in den meisten Fällen solche Bauteile verlangt, die die RoHS-Richtlinie erfüllen. Als Folge hat sich PEW entschlossen, die als gefährlich eingestuften Substanzen rechtzeitig zu ersetzen. (Dies erfolgt auch in Übereinstimmung mit der Umweltpolitik von Panasonic.) Aufgrund dieser Umweltpolitik erfüllen nun alle Relais von Panasonic die RoHS-Richtlinie. Dies gilt auch für Relais mit AgCdO-Kontakten, da Kontakte, die Cadmium enthalten, derzeit noch vom Verbot der RoHS-Richtlinie ausgenommen sind. Panasonic wird daher neben Cadmium-freien Relais auch Relais mit AgCdO-Kontakten bereitstellen, die auf Kundenwunsch erhältlich sind.

3. Die WEEE-Richtlinie, die im jeweiligen Land in nationale Gesetze umgesetzt werden muss, legt die Minimalanforderungen für den Umgang mit Elektronikschrott fest. Das Ziel der Richtlinie und der entsprechenden nationalen Gesetze ist die umweltgerechte Entsorgung von Abfällen von Elektro- und Elektronikgeräten, die privat oder in der Industrie verwendet werden, mit dem Schwerpunkt auf Altgeräten aus privaten Haushaltungen (§1). Die Frage ist, bis zu welchem Ausmaß diese Richtlinien auch auf die Bauteile der industriellen Automatisierungstechnik wie z.B. Relais, Schütze, Sensoren, Messgeräte, Regelgeräte, Steuereinrichtungen, SPS-Bauteile, Frequenzumrichter oder elektrische Antriebe anzuwenden sind.

Nach Artikel 2 der WEEE gilt diese Richtlinie für Elektro- und Elektronikgeräte, die unter die im Anhang 1A aufgeführten Kategorien fallen, sofern sie nicht Teil eines anderen Gerätes sind, das nicht in den Geltungsbereich dieser Richtlinie fällt. Ein derartiges Gerät in Form eines ortsfesten industriellen Großwerkzeugs ist in Kategorie 6 des Anhangs 1A aufgeführt, und stellt daher eine Ausnahme dar. Nach Orgalime (Liaison Group of the European Mechanical, Electrical, Electronic and Metalworking Industries) werden ortsfeste industrielle Großwerkzeuge folgendermaßen definiert:
Maschinen oder Systeme, die aus einer Kombination von Einrichtungen und/oder Komponenten bestehen, die ausschließlich für industriellen Gebrauch hergestellt, ortsfest und fachmännisch in einer Werkzeugmaschine oder einem Industriegebäude eingebaut sind, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Es ist nicht beabsichtigt, sie als einzelne, funktionelle oder kommerzielle Einheit in Verkehr zu bringen. Geräte, die Bestandteil eines anderen Geräts sind, werden nicht als ein Endprodukt betrachtet.

Die Bestandteile einer festen Installation, z.B. die industriellen Mess-, Regel-, Steuerungs- und Antriebskomponenten werden daher von der Ausnahmeregelung erfasst, weil sie mit der Maschine eine Funktionseinheit bilden. Sie fallen somit nicht unter die WEEE-Richtlinie.

Außerdem sind Werkzeugmaschinen oder Maschinensysteme und die mit ihnen verbundenen Komponenten und Steuerungseinheiten bei einer Entsorgung am Ende ihrer Lebensdauer weder von ihrer Beschaffenheit noch von ihrer produzierten Menge her mit denen aus privaten Haushalten vergleichbar. Darüberhinaus wurden und werden diese Produkte nicht über den kommunalen Weg entsorgt.

Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die in ortsfesten industriellen Großwerkzeugen verwendeten Komponenten der Mess-, Regel- und Steuerungstechnik sowie der elektrischen Antriebe in der Regel nicht unter die WEEE-Richtlinie fallen. Daher ist eine Registrierung unseres Unternehmens bei nationalen Registrierungsbehörden wie z.B. EAR in Deutschland für diese Produkte nicht erforderlich.

Wir werden weiterhin die künftige Handhabung dieser Richtlinie und der entsprechenden nationalen Gesetze beobachten.

4. Die ELV-Richtlinie zielt auf die Verhinderung von Schrottfahrzeugen ab und betrifft ferner die Wiederverwendung, das Recycling und andere Formen der Wiederherstellung von Fahrzeugen und ihrer Bauteile am Ende ihrer Lebensdauer. Daher dürfen unsere Bauteile für Fahrzeuge, die nach dem 1. Juli 2003 auf den Markt kamen, kein Blei, Quecksilber, Cadmium oder sechswertiges Chrom enthalten. In Anhang II dieser Richtlinie werden Ausnahmen aufgeführt, so sind z.B. insgesamt 60 Gramm Blei pro Fahrzeug noch zulässig. Allerdings dürfte es schwierig sein, solche Details im Verkaufsbereich zu vermitteln. Daher hat sich MEW wie bei der RoHS-Richtlinie das Ziel gesetzt, derartige Substanzen in Bauteilen von Fahrzeugen gänzlich zu vermeiden.

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